WV 11.09.2021 Frau und Tier


Es gibt so einen Topos (stereotype Redewendung, oder Bild) von der älteren Frau, die ein Hunderl an der Leine nach sich zieht. Mit dem unsichtbaren Untertitel: Was bleibt ihr sonst!
Gegen diese fiese Zuschreibung möchte ich mich hier äußern.
Denn das ist wieder eine typische, verdrehte, patriarchale Zuschreibung.
Denn Frau und Tier, Herrin und Tier, Göttin und Tier das alles sind machtvolle Paare seit jeher.
Im brandneuen, nun in deutscher Übersetzung erhältlichen Buch von Annine van der Meer:“ Die Sprache unserer Ursprungsmutter MA, Die Entwicklung des Frauenbildes in 40.000 Jahren globaler „Venus“-Kunst“, im Christl Göttert Verlag, finden wir auch ein Kapitel mit 11 Unterkapitel dazu. Die Tiere in ihren Elementen von Fisch- Wasser, bis Insekten-Luft.
Bekannt ist uns die Leopardengöttin aus Chatal Hüyük, die auch am Titelblatt des Buches abgebildet ist. Tiere als Begleiter*innen, Frauenstatuetten mit Tiermasken, Palast Tore und Tiere, Tier-Mensch-Mischwesen wie die Sphinx. Seit jeher ist die Partner*innenschaft von Frau und Tier ein Thema in den Darstellungen, beginnend vom Paläolithikum bis zur Gegenwart.
Die Künstlerin und Schriftstellerin Buffie Johnson (1912-2006) war schon als Kind von der Gestalt der Grossen Göttin fasziniert. In den 40er Jahren begann sie Studien zu der "Göttin und ihren Tieren" und 1988 wurde "The Lady of the Beasts, Ancient Images of the Goddess and her Sacred Animals", veröffentlicht. Sie war mit der aus Litauen stammenden und später in den USA lebenden Archäologin Marija Gibutas, die weltweit  bekannte Werke wie "Die Sprache der Göttin " und "Die Zivilisation der Göttin" verfasste, kollegial und freundschaftlich verbunden.
Und zu alldem, aus dem Kontakt mit meinen Katzen und meinen Katern, weiß ich, wie viel ein Mensch vom Kontakt mit einem Tier profitieren kann. Gerade jetzt. So viel Nähe, Kontakt, Aufmerksamkeit, Zärtlichkeit, Spaß und das Gefühl des Gebrauchtwerdens, das ist alles ein großer Gewinn.
      Schlangengöttin Thessalien neolytisch, Bärengeist der Kwakiutl-Vancouver Island, Göttin mit Eulenmaske Zypern 1700 v d Z., Ishtar Burney Relief Irak 1750 v d Z.;

WV 10.9.2021 Mein letzter Pfirsich

Heute den letzten der 300 Pfirsiche vom Baum per Hand gepflückt. Außen samtig, innen saftig, bisschen herb, süß, aromatisch.

WV 4.9.2021 Mein letztes Buch

Peter Hœg Mit deinen Augen
P.H. ist eine*r meiner Lieblingsautor*innen. 1957 in Kopenhagen geboren. Der erste Roman, den ich von ihm las, „Fräulein Smillars Gespür für Schnee“ hatte mich schon in den  90ern begeistert, die Figur der Smillar, die es wissen will und sich nicht um Bedrohungen durch Machtbesessene und gierige Egomanen schert. Mittlerweile habe ich wahrscheinlich die meisten Bücher von ihm gelesen. Ein Thema, dass sich wiederholt sind die Geschichten und Dramen um Kinder. Das stille Mädchen mag ich sehr, auch als Hörbuch. Er hat auch, wenn manches auch tragisch ist, auch immer einen frechen, coolen Witz. Das letzte Buch heißt: „Mit deinen Augen“ 2019. Ist auch das autobiographischste, in dem er vom kleinen Peter schreibt und von den Freund*innen Lisa und Simon. Diese Drei, geben sich nicht mit Alltäglichem zufrieden. Dank spezieller Fähigkeiten greifen sie ins Leben und Bewusstsein von Eltern und Freunden ein und versuchen Unglück abzuwenden. Bis in die Träume anderer dringen sie gemeinsam vor. Sie ahnen Ereignisse voraus. Die Möglichkeiten der Möglichkeiten, die nicht immer eintreten müssen, oder nicht so bald. Peter meint im Roman, dass diese Gaben nicht angeboren sind, sondern trainiert werden müssen. Und dann sagt er: „Dass das, das große Risiko ist, wenn man an dem Punkt im Bewusstsein kommt, von dem aus die Welt erschaffen wird, dann will man sie verändern. Dann will man seine Macht gebrauchen.“

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Hermine Brzobohaty-Theuer | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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