Wien 24.11.2021 Resilienz und Resistenz stärken

Wenn Eine wie ich hin und wieder kleine Schritte in die Öffentlichkeit macht, über soziale Medien und hier, dann muss Eine damit rechnen auch nicht so zustimmende Rückmeldungen zu bekommen. Da braucht es dann die eigene Resilienz zu stärken. Es geht mit dem bekanntem Thema halt hart auf hart. Wirklich hart ist es im Grunde für die Erkrankten und die Pflegekräfte und Ärzt*innen. Wenn ich versuche die Angstmacher*innen, Einschüchternde,  Manipulierenden, Verleugnenden, Lügen produzierenden zu verstehen ist es für „Hugo“.  Das kann Eine lassen. Ich lasse auch Diskussionen über dieses Thema. Gut ist sich zu stärken, an Leib und Seele. Möglichst oft Yoga, gutes Essen, Humoriges zu sich nehmen, liebevoll zu sich selbst zu atmen. Das setzt auch insgesamt heilsame Energie in die Welt.

Wien 21.11.2021 Museumspolitik


Ich frage mich, ob die Haltung der Gestaltung von Ausstellungen in Museen den Zeitgeist widerspiegelt oder hinterherhinkt.
Vorauseilen tut sie sicher nicht.
Immer wieder ist das ein Thema für mich seit, ja, seit ich in der Lage bin in Museen zu gehen. Klar, da gab es dann die zweite Frauenbewegung in den 70er Jahren. Frauenmuseen wurden gegründet. Beispielsweise in Wiesbaden. Aber sollten Museen nicht die Kultur und das Leben von der gesamten Gesellschaft in ihren Geschlechtern abbilden. Ja, eh klar, es waren meist Männer die Expeditionen leiteten, finanzierten und Objekte in die Hauptstädte Europas brachten und als Sammler verewigt wurden. Es wird verborgen, dass etliche Frauen wagemutig waren und in die Welt gingen. In Krinolinen auf Kamelen saßen wie Ida Pfeiffer (Foto oben) und als Mann verkleidet in die „verbotene Stadt“ reistenwie Alexandra David Néel (1868 – 1969) (Foto 2).
Die aus Wien stammende Ida Pfeiffer (1797 -1858) wird als erste Frau genannt, die alleine um die Welt reiste. Bis zu ihrem Tod unternahm sie viele Reisen nach Ägypten, Brasilien, China, Indien und Tahiti. Sie brachte selbstpräparierte Pflanzen und Tiere für die Naturaliensammlungen mit. 1852 besuchte sie als erste Weiße die als Menschenfresser geltenden Batak in den Dschungeln von Sumatra. 13 Bände umfassen ihre Reiseberichte. Habe ich zitiert aus: https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/ida-pfeiffer/ Gabriele Habinger (KSAnthropologin Uni Wien). Zurück zum Museum. Die Archäologin Marija Gimbutas schrieb: „Ich habe die Göttin, sprich Frau, (bei den Grabungen) nicht gesucht, ich habe sie gefunden.“ Mir ging und geht es leider nicht so. Ich habe sie im Museum gesucht, aber meist nicht gefunden. Sei es bei Ausstellungen über Pharaon*innen, über Syrien, über den Ötzi (der war erstaunlicherweise frauenlos), und, und, und.
Nachdem das Museum in Wien, das früher Völkerkundemuseum hieß und jetzt Weltmuseum heißt, 3 Jahre lang renoviert wurde und mit einem großen Fest 2017 wieder eröffnet wurde, dachte, erhoffte ich auch vom Geist her etwas ganz Neues. Ich war beim ersten Besuch unbefriedigt. Es wird mir auch schnell zu viel, gebe ich zu. Kürzlich bin ich einer Einladung ins Weltmuseum zu der Ausstellung Re:present https://www.weltmuseumwien.at/ausstellungen/represent/ gefolgt. Untertitel: Unlearning Racism. Diese Ausstellung zu diesem brisantem Thema fand ich toll. Ein neuer Wind. Aber leider, als ich jetzt wieder ins Weltmuseum ging, und mir mehr ansah, hat sich die Enttäuschung wieder eingestellt. Es ist frustig, wie das Tätigsein und  Teilhaben von Frauen an der Welt vernebelt wird und nicht aufscheint. Die Chancen werden verpasst und ich finde die Präsentationen leider nicht so spannend, wie sie sein könnten. Als Trost gibt es eine Sonderausstellung über Alma M. Karlin, Autorin und Weltreisende (1889-1950). Titel “ Einsame Weltreise“. Sie war eine der meistgelesen Reisejournalistinnen in der Zwischenkriegszeit und Selma Lagerlöf schlug sie sogar für den Nobelpreis vor.

Wien 16.11.2021 Zwei ungewöhnliche Frauen

Mary Wollstonecraft (1759-1797)
Ihr Buch "A Vindication of the Rights of Woman" (zu Deutsch: Verteidigung der Rechte der Frau) von 1792 gilt als Meilenstein des Feminismus und ihr Einsatz für die Gründung von Mädchenschulen als Pionierleistung. Sie gründete mit ihren Schwestern zusammen eine Mädchenschule in London. Verheiratet mit dem Schriftsteller William Godwin bekam sie eine Tochter, bei deren Geburt sie starb. Diese wurde als Mary Shelly und mit ihrem Roman „Frankenstein“ bekannt, den sie mit 18 Jahren schrieb. Ein weiter Roman von ihr ist „Der Letzte Mensch“. Es wurde vor einem Jahr auf Deutsch herausgegeben und beschreibt eine im Jahr 2052 auftretende, lebensbedrohende Pandemie. Wieder habe ich ein Buch in der städtischen Bücherei entdeckt. Es ist gar nicht so leicht zu beschreiben, warum ich es ausgeliehen habe. Wahrscheinlich wegen der Aktualität des Themas und der Mischung von Anziehung und Abstoßung und wegen der Autorin.
Mary Shelly beschreibt das Schicksal einer Handvoll Menschen, deren Schicksalsfäden miteinander verbunden sind. Sie kämpfen einen Überlebenskampf gegen die Seuche bis sich der Titel des Buchs dann doch realisiert. Vielleicht ist es auch das, zu wissen, worauf es hinausläuft und zu hoffen, dass es doch nicht geschieht, dass die Spannung und Ambivalenz ausmacht. In dieser Geschichte gibt es Menschen die resistenter sind als andere. Und es scheint, dass ihr altruistischer Charakter, ihr Mitgefühl und ihr Einsatz für andere, diese Widerstandsfähigkeit bestärkt.
Es sind sehr ungewöhnliche Frauen beide, Mutter und Tochter Wollstonecraft. Auch in dieser Zeit gab es Frauen mit Visionen, für die sie eintraten. Ich habe da so eine innere Diskussion. Der Feminismus ist keine Erfindung unserer Zeit. Wir wissen oft nicht viel über diese Frauen und es ist umso notwendiger und überdies stärkend, wenn über sie, ihren Mut, ihre Kraft und Kreativität informiert wird. Denn wir stehen auf den Schultern anderer Frauen und das Rad muss nicht neu erfunden werden.
„Der letzte Mensch“ hatte kürzlich als Theaterstück im Grazer Schauspielhaus Premiere. Vor einem Jahr wurde eine Statue von Mary Wollstonecraft im Newington Green, unweit einer von Wollstonecraft gegründeten Schule, in London aufgestellt. Warum sie nackt ist, ist mir auch ein Rätsel.

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Hermine Brzobohaty-Theuer | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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