Wien 29.11.2021 Diverse Ängste

Wovor haben Menschen Angst? Sie haben Angst vor Krankheit, vor Ansteckung, Bestrafung, Einschränkung, Freiheitsentzug, Trennung, Kontaktlosigkeit, Armut, Einsamkeit, Depression, Verletzung, Verlust, Verlassen werden, Kränkung, Schmerz und noch einiges mehr.
Angst wird zu Hysterie und Angst wird durch Hysterie genährt. An dem hysterischen Vorder- oder Hintergrund der Meldungen in Medien und Sozialen Medien ist zu merken, dass ein gehöriger Fake Anteil bei den Meldungen dabei ist. Es geht weniger (auch) um den Inhalt, mehr um die Stimmung, und Stimmungsmache. Wenn es um Parteien geht, dann geht es auch um Stimmengewinn.  Wenn es  Macht geht, um die geht es meist,  dann sollen Mitläufer*innen das Machtpotenzial verstärken. Sei wachsam: Hase oder Fuchs? Du spürst das.
Das oder das instrumentalisierte Thema Virus lösen diese Gefühle aus und verstärken sie.  Ansätze, die schon da waren, wenn auch nicht so ausgeprägt, treten nun vermehrt auf. Das wird und wurde immer wieder politisch ausgenützt. Das Zünglein an der Waage verschoben. Samen gestreut. Die eigene Selbstbestimmung wird aufgegeben für den Preis einer vermeintlichen Sicherheit.
Dem gehen manipulative Strategien voran, die die Verunsicherungen in der Gesellschaft schüren. Für miese Situationen werden Minderheiten und Menschen mit wenig Macht und keiner Lobby beschuldigt.
„Machtverhältnisse brauchen immer Feindbilder“ Gehört von der Germanistin Therese Hörnigk, (Im Gespräch mit Renata Schmidkunz: Ö1 16.12.2021)
 Ich frage mich, wie und wodurch diese Manipulationen aufgedeckt  und entlarvt werden können. Und wie früh genug. Ich finde es schwierig. Die, die laut nach Freiheit und Selbstbestimmung brüllen, rennen den größten Marktschreiern nach. Begriffe, auch politische werden umgekehrt und verharmlost. Judensterne werden benutzt, Nationalsozialistisches Gedankengut verharmlost. Hetze, Beschuldigung, Bedrohung, Gewalt wird bei Demonstrationen von einem Teil der Bevölkerung hingenommen, obwohl sie diese Haltungen früher nicht vertreten hatten. Die Situation ist heikel. Ich denke es braucht Achtsamkeit und Solidarität, nicht nur Solidarität mit Gleichgesinnten, sondern auch mit Menschen, deren Haltungen mir fremd und die „anders“ sind. Diese Begegnungen können Gewicht in die Waage der Macht, zu unser aller Wohl, legen. Wilhelmine Keyserling fragt in “Anlage als Weg“ S122: „Kann ich das Andere im anderen achten, oder suche ich Gleichartigkeit? Wie definiere ich: homogen – heterogen – harmonisch?

Some „Little helpers“ bei Angst
a) Alkohol, Drogen, Ablenkung, Junk, Zucker, Rauchen, Abenteuer, Endorphin. Kicks, Sex, Pornographie, Macht über andere, Rausch, Sublimierung (Trieb in Energie umwandeln), Psychopharmaka.
b) Oder Freunde und Freundinnen, Psychohygiene, Bewegung, Tanzen, Meditation, Musik, Notfalls Tropfen, Kontakt, Gespräche, gutes Essen, Vergnügen, Freude, Ruhe, im Arm gehalten werden, in die Natur.

Wien 7.12.2021 Fran Lebowitz: Pretend It`s a City

Mit der City ist New York gemeint. Endlich bin ich in diese Filmserie auf Netflix eingestiegen. Fran Lebowitz ist Autorin und Comedien und wurde von Martin Scorsese gefilmt, wie sie durch  ihr New York geht und über ihr New York erzählt. Im zweiten Teil der Serie mit dem Focus auf  Kultur ist eine der Gesprächspartner*innen Toni Morrison („Sehr blaue Augen“). Da geht es ums Schreiben, wirklich Schreiben können und Talent haben oder nicht. Mit Martin Scorsese spricht sie über das Glücklich werden durch Musik. Sie sagt, dass Musik wie eine Droge ist, die einem aber nicht umbringt.  Und dass Musiker und Köche zum Großteil für die Freude im Leben der Menschen verantwortlich sind. Mit dem Filmemacher Spike Lee diskutier sie über den Vergleich von Topathleten und Künstlern und über den Jazzmusiker Charles Mingus, mit dem sie befreundet war. Der arrogante Mingus verehrte überaus Duke Ellington. Wir hören Ellington im Film sagen: “Wenn man jemandes Werk bewundert, nimmt man etwas davon auf“. Also kann es nicht schaden das Bewundern, das maßvolle.

Wien 30.11.2021 Virtueller Spaziergang durch Zürich

  
    

Kürzlich erfuhr ich von einer frauenkulturbegeisterten Freundin  von der Ausstellung "Menschen. in Stein gemeisselt" und war heute bei einer virtuellen Führung durch das Züricher Landesmuseum dabei. Es hat ziemlich Spaß gemacht mit der Kuratorin, die während des Gehens selbst gefilmt hatte, durch das Museum und an den beeindruckenden großen Steinstelen vorbeizugehen. In einer dreiviertel Stunde zeigte sie uns Stelen aus der Schweiz/Wallis, aus Italien/Aosta Tal und Valcamonica, Sardinien und Frankreich aus der Kupfer- und Bronzezeit, also ca. 3200 v.d.Z. Die Interpretation der Steinstelen, da sie in der Nähe von Begräbnisstätten gefunden wurden, ist, dass sie Ahn*innen darstellen. 7% der Stelen werden anhand der Brüste weiblich gesehen. Männliche Geschlechtsmerkmale sind nicht zu finden. Es war das erstes Mal, dass ich bei einer Onlineführung dabei war. So werden Besuche über weite Distanzen möglich. Ich werde mehr davon nützen. Die Ausstellung ist noch bis 16.01.22 geöffnet. 

                          
Alle Fotos sind von der Museumswebsite.

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Hermine Brzobohaty-Theuer | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Adresse: 1030 Wien, Stanislausgasse 4/9 | Tel.: +43 676 47 49 112

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